Anästhesiologie und Intensivmedizin

Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Chefarzt: Dr. med. Rainer Honkisch

Telefon: (03921) 96-1641

Jährlich werden in unserer Klinik ca. 4000 Anästhesien durchgeführt. Das Spektrum umfasst alle zeitgemäßen Narkoseverfahren inkl. moderner Methoden der rückenmarksnahen und peripheren Regionalanästhesie, die prästationäre ambulante Narkosevorbereitung einschließlich Eigenblutspende sowie die perioperative Schmerztherapie Tramadol rezeptfrei .

Auf der interdisziplinären Intensivtherapiestation kommt modernstes Equipment zur Beatmungstherapie, Monitoring, kinetischen Therapie und Nierenersatzverfahren zur Anwendung.

Die Patientenzufriedenheit sichern wir durch eine nahtlose und intensive perioperative Betreuung, angefangen mit der ambulanten Patientenvorbereitung bis hin zur postoperativen Schmerzbehandlung unter Einsatz moderner Methoden und Medikamente. Auch sind die Anästhesisten Ansprechpartner für alle Abteilungen des Hauses, wenn es bei Patienten zu lebensbedrohlichen Situationen kommt.

Die großen Fortschritte im Fachgebiet haben es ermöglicht, zahlreiche Operationen an lebenswichtigen Organen und bei Patienten mit schweren Vorerkrankungen überhaupt erst möglich zu machen. Durch die Wahl verschiedener Narkoseverfahren kann die körperliche Verfassung des Patienten und die Art und Dauer des operativen Eingriffs besser als früher Berücksichtigung finden. Damit kann das Narkoserisiko weitgehend reduziert und optimal auf den Zustand des Patienten, aber auch im Rahmen des medizinisch vertretbaren auf seine individuellen Wünsche abgestimmt werden.

Unserer Abteilung obliegt das Management des Bluttransfusionswesens, des ambulanten Operierens nach § 115 b SGB 5 sowie des Notarztsystems. Zusammen mit anderen Kliniken besetzen wir den Notarztwagen und sind in die katastrophenmedizinische Versorgung der Region eingebunden.

Schwerpunkte:

Allgemeinanästhesie
Moderne Medikamente machen es möglich, Narkosetiefe, Schmerzausschaltung und Muskelerschlaffung des Patienten der Operation anzupassen und ihn Minuten nach dem Eingriff schmerzarm und in der Regel ohne Übelkeit aufwachen zu lassen. Für kürzere Eingriffe wird der Patient über eine Maske oder Kehlkopfmaske assistiert beatmet, bei längeren Eingriffen muss ein Beatmungsschlauch über den Mund in die Luftröhre eingeführt werden.

Spinalanästhesie
Eine Spinalanästhesie ist bei Eingriffen an den Beinen und im Unterbauchbereich möglich. Hierbei schiebt der Anästhesist nach örtlicher Betäubung der Rückenhaut eine dünne Kanüle bis zum Nervenflüssigkeitsraum vor. In diesem Bereich der unteren Lendenwirbelsäule befinden sich die Rückenmarksnerven nicht in einem festen Verbund, so dass eine direkte Schädigung durch die Kanüle unwahrscheinlich ist. Dann spritzt er eine geringe Menge eines örtlichen Betäubungsmittels ein, wodurch schon nach wenigen Minuten die Beine warm werden und eine Bewegung nur noch eingeschränkt möglich ist. Die Schmerzfreiheit hält je nach Medikament 2 bis 4 Stunden an.

Periduralanästhesie
Periduralanästhesien können als alleinstehendes Narkoseverfahren (z.B. beim Kaiserschnitt) oder im Rahmen einer Allgemeinanästhesie zur postoperativen Schmerzbehandlung eingesetzt werden. Je nach Ort des Eingriffs sucht der Anästhesist nach örtlicher Betäubung mit einer Hohlnadel den Periduralraum der Lenden- oder Brustwirbelsäule auf. Hierdurch wird anschließend ein dünner Schlauch eingeführt und die Nadel wieder entfernt, so dass sich der Patient unbehindert bewegen kann. Über diesen Schlauch werden dann Schmerzmedikamente eingespritzt. Alternativ können kontinuierlich über eine Pumpe oder in Einzelgaben Schmerzmedikamente gegeben werden, solange diese gebraucht werden.

Plexusanästhesie
Für Eingriffe an Hand, Arm und Schulter können die Nerven des Armplexus durch Einspritzen eines Lokalanästhetikums betäubt werden. Hierbei werden mit Hilfe eines Stimulators über die Injektionskanüle schwache elektrische Impulse ausgesendet. Die resultierenden Bewegungen zeigen dann die korrekte Lage der Kanüle an. Je nach Operationsbereich wird dies entweder am seitlichen Hals, unterhalb des Schlüsselbeines oder in der Achselhöhle durchgeführt. Etwa 30 Minuten nach Spritzen des örtlichen Betäubungsmittels wird der entsprechende Bereich erst warm und dann gefühllos. Der Arm lässt sich nun mehrere Stunden nur noch eingeschränkt bewegen. Für eine schmerzfreie frühpostoperative Physiotherapie können hauchdünne Katheter mit der gleichen Technik in die Nähe des Nervengeflechts gelegt werden.

Aufwachraum
In direkter Nachbarschaft zum OP-Bereich befindet sich der Aufwachraum, in dem ein Großteil der operierten Patienten unmittelbar nach der Narkose von anästhesiologischem Fachpersonal versorgt wird. Die ärztliche Betreuung erfolgt durch einen erfahrenen Arzt der Intensivstation. Eine Verlegung vom Aufwachraum auf die Normalstation findet erst statt, sobald unsere Patienten wach, kreislaufstabil und schmerzfrei sind.

Intensivmedizin
Die interdisziplinäre Intensivtherapiestation mit insgesamt 11 Betten wird organisatorisch durch die Anästhesieabteilung geleitet und fachlich in enger Kooperation mit den einzelnen klinischen Abteilungen betrieben. Rund um die Uhr ist ein Anästhesist präsent. Neben einer Vielzahl von unterschiedlichen Beatmungsverfahren werden verschiedene Nierenersatzverfahren durchgeführt. Darüber hinaus stehen alle modernen Methoden zur Überwachung und Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems bereit. Bei allen technischen und medizinisch-apparativen Möglichkeiten steht jederzeit der Patient im Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Unsere vornehmste Aufgabe ist es, im Teamwork von Ärzten und Schwestern moderne Technik und zeitgemäße fachliche Kompetenz mit menschlicher Wärme und medizinischer Ethik zum Einsatz zu bringen. Um in den technikbetonten intensivmedizinischen Aufenthalt ein wenig vertraute Atmosphäre zu schaffen, werden soweit möglich Angehörige mit einbezogen.

Notfallmanagement
Die notfallmäßige Betreuung der stationären Patienten wie auch Erstmaßnahmen bei frisch eingelieferten Patienten im Schockraum werden durch ein Reanimationsteam sichergestellt. Anästhesist und Fachschwester für Anästhesie und Intensivtherapie sind nach Anruf innerhalb kürzester Zeit vor Ort, um mit medizinischer Kompetenz und modernen apparativen Möglichkeiten zur Wiederbelebung einzugreifen. Die außerklinische Notfallmedizin, also die Absicherung des ärztlichen Notdienstes der Region erfolgt gemeinsam mit anderen klinischen Ärzten, die über ein entsprechendes Fachzertifikat verfügen. Die Gesamtorganisation des Rettungsdienstes obliegt der Anästhesieabteilung.

Stationäre Schmerztherapie
Die anästhesiologische Abteilung betreut im Rahmen der Schmerztherapie stationäre Patienten mit Regionalanästhesien in Kathetertechnik (Epiduralkatheter, periphere Leitungsanästhesien) und PCA-Pumpen (Patientenkontrollierte Analgesie). Konsiliarisch werden Patienten mit akuten und chronischen Schmerzsyndromen in allen Fachabteilungen betreut. Zur Geburtserleichterung mit Hilfe eines Epiduralkatheters kann durch die Geburtshelfer im Kreißsaal rund um die Uhr ein Anästhesist gerufen werden.

Anästhesie-Ambulanz
Ältere, multimorbide Patienten und Patienten mit bevorstehenden größeren operativen Eingriffen werden in der Anästhesieambulanz auf ihre Narkosefähigkeit und auf ihr perioperatives Risiko hin beurteilt. Darüber hinaus erfolgt auch die Bewertung bereits erbrachter Untersuchungsbefunde und die Festlegung eventuell notwendiger zusätzlicher Untersuchungen und Maßnahmen. Die Patienten werden psychologisch vorbereitet, indem auf ihre persönlichen Fragen und Ängste in Bezug auf die perioperative Phase eingegangen wird und das für sie geeignete Narkoseverfahren besprochen. Organisatorische Weichenstellungen für ambulante Operationen nach § 115 b SGB 5 werden in Absprache mit den entsprechenden operativen Fachvertretern vorgenommen.

Bei einer Transfusionswahrscheinlichkeit von ca. 10% und mehr wird die Problematik der Eigenblutspende besprochen. Die Abteilung verfügt über eine sogenannte „kleine Herstellungserlaubnis“, entnimmt im Bedarfsfall dem Patienten präoperativ 1 bis 2 Blutkonserven in einem angemessenen Zeitraum vor der OP und lagert das entnommene Blut als leukozytendepletiertes Vollblut. Die Eigenblutspende ist zweimal in der Woche ganztägig möglich.

Fort- und Weiterbildung
In Kooperation mit der Ärztekammer Sachsen-Anhalt werden von der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin jährlich mehrere überregionale Fortbildungsveranstaltungen für klinisch tätige Ärzte organisiert. Darüber hinaus finden regelmäßig kleinere abteilungsinterne Fortbildungen für Ärzte, aber auch für Pflegepersonal statt. Die Klinik verfügt über eine umfangreiche Bibliothek mit aktueller Fachliteratur. Der Klinik-Chef besitzt derzeit eine Weiterbildungsbefugnis von 48 Monaten für das Fachgebiet Anästhesiologie (im Klinikverbund) und von 12 Monaten für die Spezielle Anästhesiologische Intensivtherapie im Kreiskrankenhaus Burg.